Konzentriertes Arbeiten

Erfolgreiches ZukunftsForum

Am 23. Januar fand unser erstes ZukunftsForum in der Michael-Stube des Papst Johannes Hauses  mit guter Beteiligung statt.

Nach einführender Begrüßung durch Michael Dudella und  anschließender Kurzinformation von Rudi Kaiserswerth und Dr. Britta Freitag hatten die Teilnehmer Gelegenheit, ihre Ideen und Anregungen für ein nachhaltigeres und damit lebenswerteres Mering einzubringen.

Einführende Informationen

In seinem Kurzvortrag stellte Rudi Kaiserswerth die mittlerweile 15 Aktiven des OrganisationsTeams vor und ging danach kurz auf die Frage ein, warum das Team es für wichtig ansieht das Thema Nachhaltigkeit in Mering voranzubringen: „Auf einem endlichen Planeten kann eine Wirtschaft nicht ewig weiterwachsen. Das führt beispielsweise zu den bekannten Problemen wie Klimawandel, Ressourcenproblematik und Flüchtlingsströmen nach Europa.“

Kurzvortrag von Rudi Kaiserswerth

Papst Franziskus findet hierzu in seiner Enzyklika ‚Laudato Si‘ klare Worte: „Wenn jemand die Erdenbewohner von außen beobachten würde, würde er sich über ein solches Verhalten wundern, das bisweilen selbstmörderisch erscheint.“ Allerdings solle man sich nicht mit der Problemdiskussion aufhalten, sondern anfangen Lösungen zu suchen und zu finden. Jeder kann dazu etwas beitragen und viele kleine Schritte sind notwendig um zu mehr Nachhaltigkeit zu kommen. Wir müssen global denken aber lokal handeln, auch hier in Mering. Ziel ist es, möglichst viele Bürger und Organisationen anzuregen, bei diesem Thema mitzumachen.

Was ist Nachhaltigkeit eigentlich?

Im Anschluss erläuterte Dr. Britta Freitag kurz, was unter dem oft als schwammig definierten Begriff der Nachhaltigkeit zu verstehen ist. Ausgehend von drei Duden Definitionen zeigte sie, dass es keinen einheitlichen Begriff gibt.

Die Teilnehmer beim Ideen sammeln
Begonnen hatte das Ganze mit der Idee einer nachhaltigen Waldwirtschaft 1713. Eine Ausweitung des Begriffs Nachhaltigkeit erfolgte 1972 mit einem Bericht des Club of Rome  unter dem Titel «Die Grenzen des Wachstums». Der Bericht befasst sich mit der Zukunft der Weltwirtschaft und äußert darin die düstere Prognose, wonach die «absolute Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht wird, wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung,  der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält.»
Der 1987 erschienene Brundtland-Bericht der vereinten Nationen wird häufig als Quelle für einen Definitionsversuch von Nachhaltigkeit herangezogen. Nachhaltige Entwicklung heißt dort «eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können».

Dieser Bericht ist Grundlage für die Entwicklung einer nachhaltigen Weltpolitik (z.B. Klimakonferenzen). Bei uns in Deutschland wurde über die Agenda 21 versucht das Thema in die Breite zu bringen was an vielen Stellen auch gelungen ist. Nachhaltigkeit wird heute breit in allen gesellschaftlichen Bereichen verwendet, u.a. auch von Unternehmen, wo dies manchmal aber schwer nachprüfbar ist.

Ideen und Anregungen

In rund 1 1/2 Stunden konnten die Anwesenden dann ihre Ideen und Anregungen auf Kärtchen notieren, die dann vorgelesen und in grobe Kategorien eingeteilt wurden.

Die 50 Ideen und Vorschläge

So kamen ca. 50 Vorschläge zusammen, die zum Teil bekannt waren, teilweise aber auch völlig neue Aspekte aufzeigten.

Ausbau des Radwegenetzes, Stadtbus, plastikfreier Einkauf, nachhaltiges Beschaffungswesen der Marktgemeinde, Repair-Cafe, Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, Fair-Trade-Kommune, Bepflanzung des öffentlichen Raums, Mehrwegbecher für Mitnahmekaffee sowie Erhaltung und Wiederverwendung von Bausubstanz waren nur einige Vorschläge, die ausgiebig diskutiert wurden

Fazit

Reinhold Reibl und Christian Matros bedankten sich bei den Teilnehmern für die engagierte und konstruktive Mitarbeit.

Sowohl die Besucher als auch die Organisatoren waren der Meinung, dass die Veranstaltung die Erwartungen erfüllt hat und im nächsten Jahr wiederholt werden sollte.

In konstruktiver Atmosphäre sind viele Ideen zusammengekommen, die das OrganiationsTeam des Bündnis für Nachhaltigkeit in der Folge  noch aufbereiten und  in seine weitere Arbeit integrieren wird. Klar muss aber sein, dass das OrganisationsTeam die Arbeit in vielen Fällen nicht selber leisten, sondern nur Anstöße geben  bzw. als Vermittler auftreten kann.