Alle Beiträge von Sarah Kohlberger

ZukunftsTour zum Meringer Schulwald

Im Rahmen der ZukunftsTour vom Bündnis Nachhaltiges Mering besuchten über 30 interessierte Menschen aus Mering, Kissing und Friedberg den neuen Schulwald des Meringer Gymnasiums. Bei strahlendem Frühlingswetter radelte eine lange Schlange vom Bahnhof Mering aus in Richtung Hartwald. Dort führte Valerie Klatte-Asselmeyer, Lehrerin am Gymnasium Mering und im Bündnis Nachhaltiges Mering sowie dem Bund Naturschutz aktiv, die Besucherinnen und Besucher über die Fläche und erzählte, was da vom wem und mit welchen Intentionen gepflanzt wurde.

Unser Schulwald ist noch sehr jung: Gepflanzt wurde er im Herbst 2025. Die Idee dazu entstand jedoch bereits im Jahr 2019, am letzten Schultag vor den coronabedingten Schulschließungen. Im Rahmen eines Nachhaltigkeitstags setzten sich Schülerinnen und Schüler intensiv mit der Frage auseinander, wie unser Gymnasium nachhaltiger werden kann. Dabei entstand unter anderem die Vision eines eigenen Schulwalds.

2025 ergab sich über den Bund Naturschutz die konkrete Möglichkeit zur Realisierung: Die Gemeinde Mering hatte eine geeignete Fläche erworben. Für die Wiederaufforstung schlug der Bund Naturschutz eine Zusammenarbeit mit unserer Schule vor – und so wurde aus einem Teil der Fläche unser Schulwald.

Nach einer kurzen, intensiven Planungsphase und einem Treffen mit dem Bürgermeister sowie den zuständigen Personen von Forstamt, Landratsamt und Schulamt beschaffte die Ortsgruppe Mering-Ried des Bund Naturschutz über 400 Jungbäume und zahlreiche Sträucher. Im Spätherbst 2025 pflanzten unsere Schülerinnen und Schüler – knapp 850 Kinder und Jugendliche – diese unter fachkundiger Anleitung. Jede Klasse legte dafür einen rund 8 Kilometer langen Fußweg in den Hartwald zurück – bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen, von sonnig warm bis winterlich kalt mit Wind und Schnee. Es wurde gegraben, gepflanzt, gelacht, gefroren und gestaunt. Und ganz nebenbei entstand etwas, das kein Klassenzimmer vermitteln kann: echte Verbindung. Aus anfänglicher Unlust wurde oft ein „das hat mir richtig Spaß gemacht!“.

Bei der Auswahl der Pflanzen wurde besonderer Wert auf Klimaresilienz gelegt. Unser Ziel ist ein stabiler, artenreicher Mischwald, der den Herausforderungen zunehmender Trockenheit und steigender Temperaturen standhält. Ergänzend wurden an den Süd- und Westseiten gezielt wärmeliebende Sträucher gesetzt, um einen schützenden Waldsaum zu entwickeln.

Ein besonderes pädagogisches Element ist die persönliche Verbindung der Schülerinnen und Schüler zu „ihren“ Bäumen: Jede Pflanzung wurde dokumentiert, jeder Baum kann „seinen“ Schülerinnen oder Schülern zugeordnet werden. Die Bäume werden noch individuelle Schilder mit Baumart, Namen und – meistens – einer persönlichen Namensgebung erhalten.

Heute steht am Rand des Hartwalds eine eingezäunte, neu angelegte Waldfläche – ein Zukunftswald, der nicht nur ökologisch, sondern auch pädagogisch von großer Bedeutung ist. Aktuell liegt der Fokus auf der Pflege, insbesondere der Bewässerung in einem erneut viel zu trockenen Frühjahr. Hoffen wir, dass unser Zukunftswald in den nächsten Jahren gut wächst!

Bild: Michael Dudella

Tour in die Dämmerung des Hartwaldes

Inzwischen sehr beliebt, bot das „Bündnis Nachhaltiges Mering“ seine herbstliche ZukunftsTour an. Das Bündnis veranstaltet jedes Jahr diese beliebte Touren zu interessanten Nachhaltigkeitszielen. Ob zum Energiebauernhof Scherer, ins Königsbrunner Naturkundemuseum oder an den Lech, der Agri-PV Anlage von Martin Gastl – immer gab und gibt es interessante Dinge zu sehen und zu besprechen.

Dieses Mal ging es unter Leitung des Biologen Dr. Wolfhard von Thienen in den Meringer Hartwald. Allerdings war es keine gewöhnliche Naturkundeführung. Vielmehr ging es in der Dämmerung los und in die Nacht hinein. Ziel dabei war es mit allen Sinnen zu erleben, was im Wald passiert wenn es langsam immer dunkler wird.

Am Waldrand erwartete die Teilnehmenden ein wunderschöner Sonnenuntergang. Dazu wurden die auftretenden Phänomene erläutert und die Bedeutung der Atmosphäre für das Leben auf unserem Planeten. Dann ging es tiefer in den Wald hinein und die Teilnehmenden achteten dabei darauf, was sie hörten und sahen. Interessant war zu beobachten, wie sich der Gesichtssinn langsam verändert. So verschwinden nach und nach die Farben, da unsere Farbrezeptoren im Auge weniger Lichtempfindlich sind als die hell-dunkel-Rezeptoren. Auch steigert sich die Lichtempfindlichkeit im Auge gegenüber dem Tag um den Faktor 10.000.

Von Thienen berichtete, dass etwa 60% der Tiere nachtaktiv sind und sich hervorragend an die Dunkelheit angepasst haben. So sind die großen Augen der Eulen bis zu 100-mal lichtempfindlicher als das menschliche Auge. Fledermäuse orientieren sich mit Ultraschall und nehmen dadurch ihre Umwelt ähnlich genau war wie wir mit unseren Augen und Glühwürmchen finden ihre Paarungspartner mittels Lichtsignalen.

Besonders aufregend war dann die Mutprobe. In einem nahezu dunklen Waldabschnitt gingen die Teilnehmenden einzeln und allein durch den Wald. Viele berichteten, wie dies teilweise recht unheimlich war. Es wurde gleichzeitig auch das kleinste Restlicht genutzt und andere Sinne wie Gehör und Tastsinn der Füsse wurden für die Orientierung sehr wichtig.

Am Waldrand wurde der Blick auf den leider bedeckten Sternenhimmel gerichtet. Die Teilnehmenden stellten sich vor, wie sie als Reisende auf dem Raumschiff Erde durch ein schier unendliches Universum reisen. Auf einer derartigen Exkursion in die Nacht kann man wunderbar erfahren, wie das große Ganze miteinander verbunden ist, vom kleinsten Glühwürmchen bis zur größten Milchstraße.

Den Abschluss fand die Exkursion mit einen Blick auf das hell erleuchtete Mering und Augsburg, deren Lichtschein in den Wolken reflektiert wurde. Dabei wurde deutlich, wie sehr wir inzwischen die Nacht zum Tag gemacht haben. Dadurch geht uns nicht nur der Blick in den Sternenhimmel verloren, auch die Natur und besonders Insekten und Vögel werden stark beeinträchtigt. Inzwischen ist das Bewusstsein für die allseits vorhandene Lichtverschmutzung gestiegen und die Menschen lernen mit künstlicher Beleuchtung sparsamer umzugehen. Energiesparende Lampen mit warmen Farbtönen, sparsamer Lampeneinsatz, niedrige Intensität, Steuerung über Bewegungsmelder und Zeitschaltung sind da nur einige der vielfältigen Möglichkeiten. Auf die beliebten Solarlampen für den Garten sollte man möglichst verzichten.

Die nächste große Veranstaltung ist die Feier „10 Jahre Bündnis Nachhaltiges Mering“ unter anderem mit Prof. Dr. Münch von der Politischen Akademie Tutzing und dem Improvisationstheater Lafalott aus Augsburg am Samstag, 8. November 2025 ab 13.30 Uhr im Ludwig-Park Mering.

Bilder: Wolfhard von Thienen

ZukunftsVortrag – „Plastikfrei“-Box jetzt ausleihbar

Das „Bündnis Nachhaltiges Mering“ hat der Bücherei Mering eine neue Bildungsbox „Plastikfrei“ übergeben. Diese enthält viele pädagogische Materialien, mit denen das Thema Plastikvermeidung kindgerecht vermittelt werden kann. Mit dem Schöpfungspreis des Bistums Augsburg, dessen ersten Platz das Bündnis letztes Jahr belegt hat, wurde die hochwertige Bildungsbox finanziert. Valerie Klatte-Asselmeyer, selbst Aktive im „Bündnis Nachhaltiges Mering“ und engagiert beim Forum Plastikfrei Augsburg, hat die Bildungsbox gemeinsam mit Linda Kaindl für das Forum Plastikfrei konzipiert und jetzt im Rahmen eines ZukunftsVortrags vorgestellt.

Gedacht ist die Bildungsbox für alle Personen, die mit einer Kindergartengruppe, Schulklasse oder sonstigen Kinder- und Jugendgruppen in das Thema „Plastik“ einsteigen wollen. Verschiedene Bücher zum Selber- und Vorlesen, Ideen zum Selbermachen, Konzepte für verschiedene Klassenstufen, Hintergrundliteratur und Tipps für Filme und Podcasts sowie Spiele, zum Beispiel ein Alternativen-Memory oder die Stofftier-Schildkröte „Caretta“, in deren Bauch sich Plastikmüll verbirgt, befinden sich in der Holzkiste. Die Materialien eignen sich für Vorschulkinder, Grund- und weiterführende Schulen bis ca. 7. Klasse. Die anwesenden Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt der Lernmöglichkeiten. Die Sprecher vom „Bündnis Nachhaltiges Mering“ Michael Dudella und Jörg Häberle freuten sich sehr über die Box-Buchungen, die bereits vor dem ZukunftsVortrag erfolgten: „Es gibt einen echten Bedarf an Lernmaterial zu diesem wichtigen Thema, da freut es uns natürlich sehr, wenn wir in der Region eine Lücke schließen können“. Sogar aus Königsbrunn waren Lehrerinnen zur Vorstellung in die Meringer Bücherei gekommen. Christine Hieke und ihr Team freuen sich sehr über diese weitere Bereicherung in der Bücherei.

Wer die Bildungsbox für seine Schulklassen, Gruppen in den Kindergärten, Vereine oder sonstige Gelegenheiten ausleihen möchte, kann dies ab sofort gerne in der Meringer Bücherei tun. Bei allen weiteren Fragen zur Bildungsbox „Plastikfrei“ können Sie sich gerne an bildungsbox@forum-plastikfrei.de oder auch an das „Bündnis Nachhaltiges Mering“ info@mering.info wenden.

Bild (Sarah Kohlberger): Die Aktiven des Bündnis freuen sich, gemeinsam Christine Hieke (vierte von links) aus der Meringer Bücherei die Bildungsbox einzuweihen.

Fairtrade-Gemeinde Mering übergibt faire Bälle

Große Freude herrscht bei den Kindern der Luitpold-Grundschule Mering: Rund 40 neue Bälle aus fairem Handel beschaffte die Fairtrade-Gemeinde Mering für den Sportunterricht. Diese wurden jetzt der Direktorin Martina Keller und den Kindern zur Nutzung übergeben. Initiatoren waren die Gemeinderätin und Umweltbeauftragte Petra von Thienen sowie Gemeinderat und Sportbeauftragter Andreas Widmann, die einen gemeinsamen Antrag zur Finanzierung von Fairtrade-Bällen gestellt hatten. Unterstützung dafür kam auch von Bürgermeister Florian Mayer, der es für absolut zeitgemäß hält, dass die Schulen mit fairen Bällen ausgestattet werden.

Als Sprecher der Steuerungsgruppe der Fairtrade-Gemeinde Mering freute sich Michael Dudella ganz besonders, dass bei vielen Schülerinnen und Schülern das Fairtrade-Logo schon bekannt ist. Es zeichnet Artikel aus, die für Produkte ohne Kinderarbeit sowie faire und soziale Arbeitsbedingungen stehen. Auch Martina Neumann vom TV Mering und Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade-Gemeinde Mering engagiert sich im Freizeitsport für den Einsatz fairer Bälle. Verraten sei auch schon mal, dass am Samstag, 2. August 2025, ein fairer Brunch mit Torwandschießen geplant ist, bei dem natürlich auch wieder faire Bälle im Einsatz sind. Weitere Informationen über das Engagement der Fairtrade-Gemeinde Mering erteilen die Sprecher der Steuerungsgruppe Michael Dudella und Petra von Thienen unter fairtademering@gmail.com sowie das Vorzimmer des Bürgermeisters.

Bild (Florian Mayer): Andreas Widmann, Michael Dudella, Martina Keller, Petra von Thienen, Bürgermeister Florian Mayer und Martina Neumann (von links nach rechts) von der Fairtrade-Gemeinde Mering sowie der Luitpold-Grundschule Mering freuen sich bei der Übergabe der fairen Bälle über die strahlenden Gesichter der Kinder.

Unser ZukunftsBrettl

Drei Jahre nach unserem letzten Produkten tüftelten wir erneut an einem Produkt, mit dem man den Alltag nachhaltiger gestalten kann, und kamen auf die Idee eines ZukunftsBrettls.

Das ZukunftsBrettl ist ein typisches Frühstücksbrett zum Schneiden und darauf essen. Es ist mit unserem Logo bedruckt. Zum ersten Mal präsentierten wir es auf dem Meringer Weihnachtsmarkt 2024.

Bilder: Jörg Häberle

ZukunftsTour – so geht es mit Licca Liber weiter

Bei leicht bedecktem Himmel startete im Oktober die sechste ZukunftsTour des Bündnis Nachhaltiges Mering am Meringer Bahnhof. Diesmal war das Ziel der Lech. 16 Teilnehmende wollten sich über unseren großen und einst wilden Gebirgsfluss sowie das Projekt Licca Liber (I) informieren. Hierzu hatten wir Sebastian Streitberger vom Umweltbildungszentrum Augsburg eingeladen. Mit dem Fahrrad ging es direkt zum nordwestlichen Ende am Weitmannsee.

Streitberger informierte an verschiedenen Standorten darüber, wie der einst wilde Lech im vergangenen Jahrhundert gezähmt und in ein enges Korsett von Dämmen und Staustufen gesperrt wurde. Dies hatte natürlich nicht nur positive Auswirkungen wie Hochwasserschutz und Energiegewinnung. Früher wurden die Auwälder immer wieder vom Lech und seinen mäandernden Armen und seinem Grundwasser mit Wasser versorgt und bildeten eine vielfältige Auenlandschaft. Auf den Kiesbänken brüteten tausende von Vögeln. Wanderschäferei sorgte dafür, dass auf den vom Lech gestalteten und immer wieder überschwemmten Bereichen der Pflanzenbewuchs niedrig gehalten wurde und Magerrasenwiesen mit einer hohen Artenvielfalt entstanden. Der Fluss selber bot Lebensraum für zahlreiche Fischarten wie den Huchen, die noch im letzten Jahrhundert zu tausenden gefangen werden konnten und ein wichtiger Nahrungsbestandteil der Menschen waren.

Heute sind diese Lebensräume und Arten nur noch rudimentär vorhanden. Durch die Verbauung des Lechs mit Staustufen findet kein Kiestransport mehr im Fluss statt. Der Fluss ist deshalb bereits an vielen Stellen um mehrere Meter eingesunken, jederzeit kann die bisher noch intakte Sohle durchbrechen und dann in den Untergrund verschwinden. Das hätte katastrophale Auswirkungen, indem z.B. das für die Wasserversorgung notwendige Grundwasser abgesenkt wird und die Auwälder von einer wichtigen Wasserquelle abgeschnitten werden. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie verlangt, dass unsere Flüsse wieder in einen guten, ökologischen Zustand versetzt werden.

All dies nahm das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth zum Anlass, das Projekt Licca Liber zu starten, dessen erste Ausbaustufe zwischen Mandichosee und Hochablass gerade in der Genehmigungsphase steht. Ähnlich wie an der Wertach soll dem Fluss jetzt mehr Freiraum zur Entfaltung bekommen, indem z.B. Deiche rückgebaut und verlagert werden und Uferbereiche abgesenkt werden. Dies ist mit teils recht intensiven Baumaßnahmen verbunden, die in den nächsten Jahren starten werden. Anhand von Plänen erläuterte Streitberger diese Baumaßnahmen. Dabei wird auch intensiv in die Natur eingegriffen und es werden hunderte von Bäume gefällt. Es wird bis zu 20 Jahre dauern, bis dann der Lech, die Wälder, und die Wiesen einen neuen, für einen Gebirgsfluss typischen Lebensraum geschaffen haben. Streitberger betonte, dass für Licca Liber drei Rahmenbedingungen gesetzt wurden, die verbessert und beachtet werden müssen: Ökologie, Hochwasserschutz und soziale Nutzung bzw. Naherholung.

Wie gehts es jetzt weiter? Auch hierzu hatte der Exkursionsleiter Informationen parat. Die erste Ausbaustufe wird nach der Plangenehmigung durch die Stadt Augsburg kurzfristig mit den Baumaßnahmen beginnen. Die anderen beiden Ausbaustufen Licca Liber (ll) und (lll) sind derzeit in der Planungsphase und folgen zeitversetzt. Daran schließen sich weitere Stufen bis zur Donau an.

Vorletzte Station dieser ZukunftsTour war die Kuhseeheide, die stellvertretend für die sehr artenreichen und ökologisch wertvollen Lebensräume der Lechheiden vorgestellt wurde. Abschluss dieser sehr informativen Tour war dann zur Stärkung und zum leiblichen Wohl ein Besuch in der schwarzen Kiste am Hochablass.

Nach einem sehr interessanten und informativen Nachmittag kehrten alle Teilnehmenden wieder gesund nach Mering zurück.

Bild: Jörg Häberle